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„Wir haben es satt, uns von außen vorschreiben zu lassen, wie wir mit unseren erklärten Feinden umgehen. Wir brauchen diese Belehrungen weder von Herrn Steinmeier noch vom neuen Messias im Weißen Haus und schon gar nicht von Drehstuhlpiloten wie Ihnen. Unsere Vorgängerregierungen haben, im guten Glauben an die Tragfähigkeit der Oslo-Abkommen, Territorien geräumt und die Palästinenser in die Selbstverwaltung entlassen. Das haben wir teuer bezahlt: mit 1500 Toten bei Anschlägen, vielen weiteren tausend Verletzten, Verstümmelten, Traumatisierten und hunderttausenden Bürgern, die Angehörige oder Freunde verloren haben. Und mit dem Verlust unserer Friedenshoffnungen auf absehbare Zeit. Wenn Sie das nächste Mal nach Israel kommen, würde ich Sie gern an den Ohren in ein Rehabilitationszentrum ziehen. Dort könnten Sie sich die Folgen des Friedensprozesses, der nie einer war, mal aus der Nähe betrachten. Danach werden Sie nie wieder die blöde Frage stellen, was denn „bloß los (ist) in Israel“, woher „Mitleidsmüdigkeit“ und „Zynismus“ herrühren.

Haben Sie je bei unseren Verhandlungspartnern Friedensfähigkeit festgestellt, wenn Sie uns schon das Gegenteil unterstellen? Glauben Sie im Ernst, wenn Sie sich mal Hisbollah, Hamas und Iran anschauen, dass ausgerechnet wir „zum Problem für einen Friedensprozess“ werden? Und meinen Sie wirklich, dass im Fall eines Baustopps in den Siedlungen Hisbollah, Hamas und Iran besänftigt sind?

Dann haben Sie vom Wesen des Konflikts nichts verstanden. Wir haben es hier mit dem unversöhnlichen Hass ideologisch verblendeter Fanatiker zu tun – Menschen, auf die das Wort „Hardliner“ so passt wie „Prostituiertenkritiker“ auf Jack the Ripper. Gleichwohl haben Sie solche Etikette fast ausschließlich für Politiker reserviert, die Ihnen nicht genehm sind. (…) Wir ziehen uns aus den Ballungszentren Judäas und Samarias zurück. Folge: Bombenterror. Wir ziehen uns aus dem Südlibanon zurück. Folge: Raketenterror und Kidnappings. Wir ziehen uns aus Gaza zurück. Folge: Raketenterror und Kidnappings. Und da wollen Sie uns aus 4000 Kilometer Entfernung erzählen, dass wir Frieden bekommen, wenn wir weitere einseitige Zugeständnisse machen?“

Claudio Casula in „Spirit of Entebbe“, als Antwort auf Erich Follaths Hassgesang gegen Israel im Spiegel. Überschrift: „Erich plärrt am längsten“.

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